Schachunterricht

Was wird beim Schachspiel gefördert?

Das Schachspiel unterscheidet sich grundlegend von allen anderen Brettspielen durch seine unermesslichen Möglichkeiten, seinen Variantenreichtum.

Um zum Erfolg zu kommen, ist eine weitsichtige Planung und Vorausberechnung nötig. Gute Spieler “sehen” und berechnen sechs und mehr Züge mit Varianten voraus. Dabei darf der Spieler nicht nur stur seinen eigenen Plan verfolgen, sondern muss sich auch in die Gedankenwelt seines Gegners versetzen können, der ja schließlich auch einen Plan verwirklichen will.

Dieses Wechselspiel erfordert ein gutes logisches Denkvermögen. Wo diese Eigenschaft als natürliche Begabung fehlt, kann sie bis zu einem gewissen Grad angelernt und angeeignet werden.

Aus vielen Untersuchungen an Schulklassen und Erfahrungen, die mit Jugendschachgruppen auch außerhalb des Schulschachunterrichts gemacht worden sind, haben sich die nachfolgend aufgeführten Punkte herauskristallisiert:

1. Förderung des Aufnahmevermögens
Das komplizierte Zusammenwirken der einzelnen Elemente beim Schachspiel (Gangart der Figuren, Regeln, Mattsetzen) ist hilfreich.
2. Förderung der Auffassungsaufgabe
3. Unterstützung und Einklang mit den Erziehungszielen
4. Förderung des spielerischen Elements
Vereinfachte Spielformen sorgen schon von Beginn an dafür, dass gespielt werden kann
5. Anwesenheit von ständigen Spielpartnern
Hilfsweise auch Schachcomputer oder Schachprogramm
6. Messen und Vergleich mit der Spielstärke anderer
Sogar mit Erwachsenen kann sich ein Kind schon nach kurzer Zeit auf sachlichem Gebiet messen. Das Spielen kann das Freizeitverhalten in der Familie stark positiv beeinflussen.
7. Rückschlüsse auf Charaktereigenschaften
8. Teilziele können angestrebt werden
Man kann nur Teilziele ins Auge fassen und für Kinder unterschiedlich gewichten. Der Gewinn der Partie kann erst später im Vordergrund stehen. Man wird zu Beginn eher Wert auf die Anwendung der richtigen Gangart der Figuren legen, das Schlagen der gegnerischen Figuren, andere Spielformen usw.
9. Synthese zwischen Lernen und Spiel
Das Schachspiel kann zielgerichtet für die Vorbereitung auf die Schule dienen
10. Gegenseitige Unterstützung
Kinder helfen sich gegenseitig beim Lernen und Erkennen neuer Lernschritte.
11. Persönlichkeitsbildung
Schach entwickelt, fördert und widerspiegelt Persönlichkeitseigenschaften.
12. Mittel für die Entwicklung von Fähigkeiten
Schach kann als Mittel für die Entwicklung strategisch taktischer Fähigkeiten und deren Festigung eingesetzt werden.
13. Fächerübergreifend und leistungssteigernd
Schach kann sich auf andere Fächer leistungssteigernd auswirken

Schachunterricht

Ein großer Vorteil des Schachspiels ist sicher, dass es allen Teilen des Lebens viel näher steht als alle anderen herkömmlichen Unterrichtsfächer, denn im Schachspiel als “Erziehungsinstrument” sind viele Eigenschaften enthalten, in denen methodisches Denken geschult wird.

Die Erfahrungen die in Schulschachklassen gemacht wurden sind vielfältiger Art:
– in schriftlichen Prüfungen anderer Fächer gab es bessere Leistungen
– besonders motivierte Schülergruppen fielen sofort auf
– eine intellektuelle Schulung wurde erreicht
– in der Klasse fühlte man sich wohl
– schwächere Schüler wurden durch gute “Schachleistungen” zu besseren Leistungen stimuliert
– viele Fähigkeiten sind geschult worden, die anderen Fächern zugute kamen; schneller begreifen und verstehen (Auffassungsgabe, größere Spontaneität, sorgfältigeres Formulieren einer Antwort, klardurchdachte Überlegungen, usw.).

Es gibt sicher viele andere Dinge neben dem Schachspiel, die dem Kind Entfaltungsmöglichkeiten geben. Den anderen Fächern fehlt aber häufig “das spielerische Element und das Neuartige”, sich schnell schon wettbewerbs- und wettkampfmäßig mit anderen messen zu können.

Unbestritten ist, dass das Schachspiel zu anderen Unterrichtsfächern führt und oft einen engen Bezug zu ihnen hat. In vielen Ländern sind die Verantwortlichen in den Erziehungsministerien und Schulbehörden meist überzeugt von der Notwendigkeit einer Aufnahme in das Fächerangebot. Das Hauptproblem dürfte darin bestehen, Inhalt und Ziele des Unterrichtsfaches klar und konkret zu definieren.

Folgende Fragen sind zu klären:
– An welche Stelle rückt Schach? Ist es ein Zusatzfach, ein Wahlfach oder eine Kombination mit anderen Unterrichtsfächern?
– Wer lehrt und unterrichtet Schach in der Schule?
– Ist der Schachunterricht für alle Schüler geplant?
– Wie lange dauert der Schachunterricht?
– Muss der Schachunterricht bewertet, benotet werden?

Kompetenz in Sachen Schulschach?

Erlangen Sie das vom DSB neugeschaffene “Schulschach-Patent” in einem der vielen Lehrgänge, die die Deutsche Schulschachstiftung überall da anbietet, wo eine Gruppe von 12 bis 20 Teilnehmern zusammenkommt. Es wird vermittelt an Lehrer, Übungsleiter, Senioren aus Schachvereinen und an Schüler ab Klasse 8 zusammen mit einem o.g. Teilnehmer. (Tandemausbildung)